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Sicher schlafen im Elternbett-
unterschiedliche Perspektiven

Was Eltern erleben

Stellvertretend für viele Eltern beschreibt eine Mutter dies so:

Meine erfahrenen Berater:innen, darunter Kinderärzt:innen und Hebammen, sagten immer, dass das Schlafen im Elternbett nicht sicher ist und das Risiko von Plötzlichem Kindstod erhöht. So hat das Thema Plötzlicher Kindstod die ersten Monate mit unserem Neugeborenen leider sehr geprägt und war die größte Angst in dieser Zeit. Noch in der Schwangerschaft haben wir einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder gemacht. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die sichere Schlafumgebung hingewiesen, mit der eindeutigen und eindringlichen Empfehlung, das Baby nicht im Elternbett schlafen zu lassen. Auch auf Social Media hat man Horrorstories von Müttern gehört, die vor „Bed Sharing“ mit Baby warnen (klar, mit der Angst zu spielen, lassen sich viele Klicks generieren). In den ersten Nächten im Krankenhaus stand Bonding im Mittelpunkt, und das Kind sollte ruhig auf der Brust der Mama liegen und schlafen. Doch sobald es nach Hause ging und die U2 stattfand, kam wieder der explizite Hinweis von Ärzten aus dem Krankenhaus, dass das Kind im Beistellbett schlafen soll. Indirekt wurde impliziert, dass man das Leben seines Kindes gefährdet, wenn man dies nicht tut. Zuhause angekommen also der riesige innere Konflikt: „Gefährde ich das Leben meines Kindes?" oder höre ich auf meinen Instinkt, dass das Kind meine Nähe braucht und auf meiner Brust am sichersten ist? Natürlich haben wir versucht, die Kleine in ihr Bettchen zu legen – aber ohne jeden Erfolg. Wie auch? 40 Wochen kuschelig bei Mama im Bauch und plötzlich kalt und alleine im Bett liegen... unmöglich und meiner Meinung nach nicht „artgerecht". Doch auch die Hebamme muss offiziell raten, das Kind im Beistellbett schlafen zu lassen – obwohl sie es bei ihren eigenen Kindern anders gemacht hat. Natürlich, niemand will also das Risiko tragen, wenn doch etwas passieren sollte. Und dann die eigene unendliche Zerrissenheit, dass man die Last für immer mit sich tragen muss, wenn doch etwas passiert. Das war, ganz ehrlich, eine große dramatische Sorge von meinem Partner und mir, die diese Zeit geprägt hat – mit etlichen schlaflosen Nächten (man schläft ja eh schon wenig und dann noch „kontrollieren", ob das Kind atmet). Nach etlichen Recherchen zu Daten und Fakten und ehrlichen Gesprächen mit anderen Mamis hat sich meine Angst etwas gelegt. Doch sie war nie ganz weg und hat uns sicher viele Monate begleitet. Ich bin froh, auf meinen Instinkt gehört zu haben und meine Tochter bei mir schlafen zu lassen. Ich weiß, dass es für sie das Beste war – und genau so wurde seit etlichen Jahrtausenden schließlich auch gemacht.

Was Fachleute raten

Lassen Sie Ihr Kind im Elternschlafzimmer schlafen, aber immer im eigenen Bett!

Deutsche Gesellschaft für

Kinder-und Jugendmedizin:

American Academy of Pediatrics:

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Never sleep with your Baby!

Es wird empfohlen, dass Säuglinge im Elternzimmer schlafen, in der Nähe des Elternbetts... Idealerweise im ersten Lebensjahr, mindestens aber in den ersten sechs Monaten. Es gibt Hinweise darauf, dass das Schlafen im Elternzimmer, aber auf einer separaten Unterlage, das SIDS-Risiko um bis zu 50 Prozent senkt.

Dr. Herbert Renz-Polster,

Kinderarzt u. Wissenschaftler

Was die Forschung zeigt-Studie von Peter Blair

Aus der Studie von Peter Blair, eine der bekanntesten und oft zitierten Studien zum Thema Plötzlicher Kindstod (SIDS):

Es gibt kein signifikant erhöhtes SIDS-Risiko im Zusammenhang mit gemeinsamen Schlafen, wenn die Risikofaktoren Rauchen, Alkohol und gemeinsames Schlafen auf dem Sofa ausgeschlossen sind.

Auch bei Säuglingen unter drei Monaten, die ohne diese gefährlichen Bedingungen im Elternbett lagen, war der Anteil der am Plötzlichen Kindstod verstorbenen Babys im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht signifikant.

Umgekehrt war das gemeinsame Schlafen im Bett ohne andere Gefahren für Säuglinge über drei Monaten signifikant schützend. Ein unerwarteter Befund, der unseres Wissens nach bisher nicht berichtet wurde.​

 

Gute Nachrichten

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